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Wenn die große Welt ins kleine Dorf kommt
Sommerschulen für die Ferienzeit gibt es viele – doch ein Elite-Projekt ausgerechnet im ostdeut-schen Nirgendwo sticht hervor
Süddeutsche Zeitung SCHULE UND HOCHSCHULE
Dienstag, 16. August 2011 Von Florian Fuchs
Eine Portion Brot und Käse hat am Tag zuvor noch 50 Cent gekostet, das muss sich ändern. Im alten Speicher, zwischen schweren Holzbalken, nimmt Schulleiter Reiner Möckelmann seine Lehrbeauftragte Jane Sokolosky deshalb kurz zur Seite und sagt: „30 Cent reichen auch, wir sind ja kein Gewinnbetrieb.“ Sokolosky schaut ein wenig irritiert, sie hat keine Ahnung, welche Preise hier auf dem Land angemessen sind.
Aber sie wird das natürlich sofort ändern. „Brot und Cheese“, wie sie sagt, kosten von nun an nur noch 30 Cent.
Manchmal sind es noch Welten, die aufeinandertreffen hier in der Sommer-schule Wust, immer jedoch sind es unterschiedliche Kulturen. Aber darum geht es schließlich auch: Sokolosky kommt von der Brown University, sie gehört zur Ivy Lea-gue, dem Verbund der besten Unis im Nordosten der USA. Die anderen Dozenten sind aus Cornell angereist, aus Oxford und aus Cambridge. Sie alle fahren ins ost-deutsche Nirgendwo, in einen Ort mit 500 Einwohnern in der östlichen Altmark Sach-sen-Anhalts, um Englisch zu unterrichten. Für vier Wochen bringen sie die große Welt in das kleine Dorf, und dazu ein für diese Region einzigartiges Kulturprogramm.
Kurz nach der Wende, als das ungewöhnliche Schulprojekt in Wust startete,
hatte der Ort noch so gut wie keine Infrastruktur. Die Telefonzellen funktionierten
nicht, beim nächsten Bahnhof im Nachbarort Genthin gab es nicht einmal einen Bahnsteig. Heute hat Wust einen Tante-Emma-Laden, und der Gasthof Schwarzer Adler macht immerhin die Sommermonate über auf. Damit stehen sie hier besser da als in den Nachbarorten. Zentrum des Dorfes für vier Wochen im Juli und August aber ist das alte Gut des Adelsgeschlechts von Katte: Gleich am Ortseingang stehen rechts die romanische Kirche und links das Herrenhaus mit den Seitenflügeln und dem alten, backsteinfarbenen Kornspeicher, in dem die Kulturveranstaltungen der Sommerschule stattfinden. Maria von Katte war gleich nach der Wende in das Land ihrer Vorfahren gereist. Bald setzte sie sich in den Kopf, mitten in der zusammengeb-rochenen DDR einen Ort der internationalen Begegnung zu schaffen. Im Westen aufgewachsen, in Oxford studiert, wollte sie helfen, Vorurteile vor dem ehemaligen Klassenfeind abzubauen. „Und wir in Wust freuten uns“, erinnert sich Ina Leutloff, „dass aufgeschlossene Dozenten aus den USA und England kamen.“
Für Leutloff war es ein Segen, dass die Sommerschule 1990 startete: Die Leh-rer der DDR waren ja vor allem in Russisch geschult. Jetzt war auf einmal Englisch angesagt, und so buchte auch Leutloff einen Kurs in der neuen Sommerschule. Sie war nicht nur begierig, die Sprache besser zu lernen, sie war auch neugierig, wer da kommt: Von Katte hatte Kontakte in die USA, es reisten schon damals Dozenten von berühmten Universitäten an.
Und dann standen sie sich auf einmal gegenüber, die Wessis und die Ossis –
und kamen gut miteinander aus. Im Ort waren schon ein paar Leute skeptisch gewe-sen, aber viele waren bereit, die Gäste bei sich aufzunehmen. Da entwickelte sich das, was Reiner Möckelmann den „Spirit of Wust“ nennt: ein behaglicher Ort zum
Lernen und Sich-Kennenlernen. Der Aspekt der Verständigung steht heute nicht mehr so im Vordergrund. Die Wiedervereinigung ist zwei Jahrzehnte her: Wer nach England will, ist längst einmal hingeflogen. Es ist eher das kulturelle Angebot und natürlich das Englisch, das die Schüler reizt. Wann hat man hier, mitten in der Pro-vinz, schon Gelegenheit, sich mit Muttersprachlern zu unterhalten. Und wann, vor allem, mit Leuten aus Oxford über Shakespeare zu debattieren – oder Theater zu spielen unter Anleitung eines New Yorker Regisseurs.

Szene eines Stücks von Anton Tschechow: Auch Theaterkurse bietet die Sommerschule an – der Regisseur reist aus New York an. Foto:Arthur Shettle/oh
Arthur Shettle führt nun schon zum zehnten Mal Regie in Wust. Ihm geht es
ähnlich wie anderen Dozenten, die immer wieder kommen, weil sie den kleinen
Ort liebgewonnen haben oder weil sie ihre Deutschkenntnisse auffrischen wollen.
Theater spielen sie hier immer in der Baracke neben dem Fußballplatz von Traktor Wust, da, wo für die Tage der Sommerschule die Schüler ihre Zelte aufschlagen, die keinen Platz mehr in Gastfamilien erhielten. Shettle war 1992 erstmals hier, als Stu-dent von Harvard; weil es ihn reizte, einmal ein Theaterstück zweisprachig einzustu-dieren – halb Englisch, halb Deutsch. „Es hat mich außerdem auch einfach interes-siert, wie es in Ostdeutschland aussieht“, sagt er, „da hatte man ja lange keine Chance hinzukommen.“ Heute macht es ihm immer noch Spaß, mit Laien zu arbei-ten, mit kleinem Budget, unter Zeitdruck. Dieses Jahr hat er Der Kirschgarten von Anton Tschechow ausgesucht. Das in vier Wochen einzuproben, ist sportlich. Ein bisschen Spaß und Sommerurlaub auf dem Land aber ist es auch, keine Frage.
Überhaupt ist nur der Englischunterricht am Vormittag verpflichtend. Drei
Einheiten, je 45 Minuten, mit altersgerechten Konzepte: Die Kleinen, die unter
Zehnjährigen, spielen im Vorhof des Herrenhauses eine Art Blinde Kuh auf Englisch;
die Zehn- bis 15-Jährigen schreiben in einem der Klassenräume, was sie im vergan-genen Urlaub gemacht haben; und die Erwachsenen lernen auf höherem Niveau. Nachmittags dann lesen die einen im Literaturkurs Shakespeare, während die ande-ren im Debattierclub die Risiken von Facebook diskutieren. Ein Chorleiter aus Texas
führt den Musikkurs und probt für ein Abschlusskonzert, einen Kammermusikkurs gibt es auch. Weil das Kulturprogramm aber freiwillig ist, sitzenum14 Uhr am Zeltge-lände neben dem Fußballfeld schon ein paar Jugendliche auf Campingstühlen und genehmigen sich ein Bier – sie gönnen sich mal eine Pause. Abends wird auch ge-feiert, gerne am Lagerfeuer. „Zu wenig Schlaf“, sagt der Schulleiter, „ist hier das ein-zige Defizit für viele.“
Ansonsten hat die Sommerschule an Bildung eigentlich alles, was sie sonst
auf dem Land eher selten haben. Sogar der Schulleiter ist nicht irgendein Rektor.
Möckelmann war bis vor ein paar Jahren noch Deutscher Generalkonsul in Istanbul, lebte schon in Moskau, in Lima, in Belgrad und in Wien. Jetzt wohnt er in Berlin, und für den Sommer fährt er Jahr für Jahr aufs Land nach Wust. „Weil es Spaß macht“, sagt er. „Und weil man interessante Leute kennenlernt.“
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Sommerschule zum 21. Mal traditionell mit Festgottesdienst eröffnet
"Geist von Wust" heißt Verständigung
Volksstimme Havelberg 12.07.2011 05:31 Uhr
Von Ulrich Hammer

Nach dem festlichen Gottesdienst zum Auftakt der Wuster Sommerschule trafen sich die Dozenten in geselliger Runde an der Kaffeetafel. Angeregte Gespräche gehörten dazu. Foto: Ulrich Hammer
Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag in Wust die 21. Saison der "Summer-school of Wust" eingeläutet. Wie in jedem Jahr bietet die Sommerschule auch während ihrer 21. Auflage der kulturinteressierten Öffentlichkeit bis zum 6. August eine bunte Vielfalt von Veranstaltungen.
Wust. Reiner Möckelmann als Leiter der Schule und Pfarrer Gottfried Enders begrüßten Dozenten, Schüler und Gasteltern von Wust. Möckelmann warf zum Auftakt der 21. Sommer-schule einen Blick in deren Vergangenheit. Es spreche für Kontinuität, dass mehrere Familien daran teilnehmen. Unter ihnen drei Dozentenehepaare, die sich wiederum zum Teil während vergangener Schulkurse in Wust kennengelernt hatten und sich näher gekommen waren. Dass nunmehr schon deren Kinder am Campus mit leben, wertete er als Zeichen dafür, dass die Schule eine Zukunft habe.
Pfarrer Gottfried Enders | Foto: Ulrich Hammer
Pfarrer Gottfried Enders nahm in seiner Predigt Bezug auf den Episteltext von der Ausschüt-tung des Heiligen Geistes, bei dem Sprachverständigung im Sinne des Evangeliums entstand.
Mit einer Sprache reden, das soll und wird in den kommenden vier Wochen in Wust gesche-hen. Hier soll Gemeinschaftliches aufgenommen werden im "Geist von Wust".
Schon der Eingangschor, gesungen von den Dozenten der Schule von der Empore herab ver-mittelte: Trotz unterschiedlicher Sprachen und Mundarten eint dieses Wollen um Verständi-gung.
Dass Sprache auch Gefahren in sich bergen kann, liefert allerdings schon die Bibel mit der göttlichen Sprachverwirrung beim Turmbau von Babel als Strafe für menschliche Überheb-lichkeit und Eitelkeit. Und heute? Wie schnell haben Macht besitzende Menschen menschli-che Erfinderkraft zum Beispiel in der Atomphysik als unentbehrlich und sicher gelobt, und müssen doch sehr bald auch Grenzen ihres Handelns eingestehen, wenn Naturgewalten her-einbrechen.
Deshalb heißt, im Geiste Jesu zu leben, neues Leben sinnvoll in Gang zu bringen. Dieses Neue zu erkunden, gegenseitig zu lernen im "Geist von Wust", möge auch dieser Saison der Sommerschule zum Segen gereichen.
In der anschließenden Kaffeerunde mit den Dozenten und Gasteltern verkündete Reiner Mö-ckelmann, dass die Sommerschule nun auch mit einer Internetportalseite präsent ist und durch Sponsoren der Sommerschule für Mobilitätszwecke ein Kleinbus zur Verfügung steht.
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VS Havelberg 19.07.2011
Ausstellung im Speicher zeigt Lebensbilder einer Wusterin
Am Sonntagnachmittag wurde die Ausstellung mit Fotos von und mit Elsbeth Sturtzel im Sommerschulspeicher Wust eröffnet.
Zahlreiche Besucher schauten sich die Bilder an. | Foto: Bernhard Maslow
Zur Halbzeit des ersten Durchgangs der Wuster Sommerschule wurde am Sonntag eine Ausstellung im Sommerschulspeicher eröffnet. Die Schau zeigt Fotografien aus 100 Jahren Wuster Geschichten - Bilder von und mit Elsbeth Sturtzel.
Wust. Die Ausstellung sollte bereits im vorigen Jahr zu sehen sein. Doch aufgrund des Todes der 99-Jährigen wurde darauf verzichtet und die Eröffnung um ein Jahr verschoben, berichtete Sommerschulleiter Wie Reiner Möckelmann zur Vernissage. Nun finden die Schwarz-Weiß-Bilder, die von Kirsten Lucke, der ältesten Enkelin von Elsbeth Sturtzel, Anne Kubon und Gerhard Faller-Walzer in Kooperation mit dem Verein "Aus dem Dorf - Für das Dorf" zusammengestellt wurden, einen würdigen Platz im Speicher. Die Otto-von-Bismarck-Stiftung lieh dafür Rahmen aus.

Elsbeth Sturtzel | Foto: Bernhard Maslow
Gerhard Faller-Walzer ließ in einer kleinen Laudatio den Lebensweg der Hobbyfotografin Revue passieren. Am 27. März 1910 wurde Elsbeth als Tochter von Alma und Carl Luca in Edgerleben (Harz) geboren. Die Familie zog 1914 nach Wust, wo der Vater einen Gemischtwarenladen übernahm. Tochter Elsbeth besuchte die Mädchenschule in Rathenow. Als sie als junge Frau in den 1930-er Jahren bei ihrem ersten Freund Willi Grabow aus Schönhausen einen Fotoapparat sah, wurde sie neugierig und fand Spaß am Fotografieren. Der Vater kaufte ihr eine eigene Kamera.
"Dies ist der Beginn ihrer Fotolaufbahn gewesen", erinnerte Faller-Walzer an die bekannte Wusterin. Verschiedene Reisen und Begegnungen mit Freunden fanden in den nächsten Jahren den Weg vom Negativ aufs Fotopapier. Erstaunt waren die Betrachter, dass die Fotografin selber auch auf vielen Fotos mit zu sehen ist. Per Selbstauslöser war dies möglich.
Die Ausstellung zeigt nicht nur Fotos, die von Elsbeth Sturtzel in Szene gesetzt wurden. Auch einige Wuster Bewohner bereichern mit alten Erinnerungsfotos die Schau. Während des Rundgangs konnte Kirsten Lucke fast zu jedem Bild eine kleine Geschichte erzählen. Auch die Urenkel Niklas (12), Swenja (14) und Carolin (17) waren bei der Veranstaltung dabei und schauten sich mit Begeisterung die Fotos an. Einige Besucher trugen sich in das Gästebuch ein und lobten die Organisatoren.
Die Fotos können noch bis zum 14. August täglich von 11 bis 17 Uhr im Speicher betrachtet werden. Musikalisch umrahmte Pascal Hanke aus Klietz mit seinem Saxophon die Vernissage.
URL: http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/havelberg/?em_cnt=376754&em_loc=15
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Dozenten, Teilnehmer und Bewohner lernen sich bei Welcome-Party kennen Sommerschule verbindet Lernen mit Spaß
VS-13.07.2011 05:35 Uhr -
Von Lisa Dreßler
Reiner Möckelmann Mit einer Welcome-Party sind die Teilnehmer des ersten Durchgangs der Wuster Sommerschule am Montagabend in ihren Durchgang gestartet. Auf dem Sportplatz konnten sie sich bei diesem Treffen kennenlernen und beim gemeinsamen Grillen, Tanzen und Singen in entspannter Atmosphäre zueinander finden.
Wust. Kathryn Sonnabend kommt aus Boston, Massachusetts. Von der Sommerschule Wust hat sie durch ihre Professorin an ihrer Heimatuniversität erfahren. Jetzt ist sie zum dritten Mal dabei. Die 22-Jährige hat bereits ein Jahr in Berlin studiert und spricht fließend deutsch. Diesen Sommer gibt sie vormittags zwei Englischkurse für die jüngeren Teilnehmer und nachmittags einen "Business-English-Workshop" für Studenten und Erwachsene.
Sie ist eine von 22 Dozenten aus Amerika und England, die in Wust in den beiden jeweils zweiwöchigen Durchgängen unterrichten. Sie alle studierten an den renommiertesten Universitäten ihrer Heimatländer. 15 von ihnen haben schon einmal an der Sommerschule teilgenommen, berichtet Reiner Möckelmann, der seit 2006 ehrenamtlich die Sommerschule leitet. "Wir verbinden Lernen mit Spaß", sagt er. In den vier Wochen werden die Teilnehmer auf dem Sportplatz in Wust zelten, und die Dozenten sind in Gastfamilien im Dorf untergebracht. Vormittags werden Englischkurse angeboten für alle Altersgruppen von Anfängern bis hin zu Lehrern. Auch für die Verpflegung ist gesorgt. Am Nachmittag werden dann die unterschiedlichsten Workshops angeboten, die die Kreativität und die Sportlichkeit der Teilnehmer fördern sollen. "Höhepunkt der vier Wochen Sommerschule ist das
zweisprachige Theater, bei dem sowohl Teilnehmer und Dozenten als auch Dorfbewohner mitwirken", erzählt Reiner Möckelmann. Am Freitag gab's bereits das Casting für die Theatergruppe.  Diana Roberts und Maria Schreiber | Foto: Lisa Dreßler
Die 152 Teilnehmer im ersten Durchgang kommen aus ganz Deutschland, aber auch aus Italien, Österreich und Russland. Die Sommerschule organisiert auch die Vorbereitung und das Ablegen des TOEFL-Sprachtests.
Besonders erfreut ist der Sommerschulleiter über das Engagement der Wuster. Seit 1991 sind sie Gastgeber für jährlich mindestens 20 Amerikaner und Engländer. "Das bedeutet, jeder dritte Wuster nimmt einen Gast auf." Aber auch die Hilfe vieler Sponsoren darf nicht vergessen werden, Unterstützer sind unter anderem der Landrat, der Landkreis und die Kreissparkasse. 
Vanessa Baumert und Jule Hermann | Foto: Lisa Dreßler
Einer der Campbetreuer ist Jakob Zinkowski, er beaufsichtigt die Teilnehmer auf dem Sportplatz und steht mit Rat und Tat zur Seite. Bei der Welcome-Party warf er den Grill an. Morgens muss er die wohl eher unbeliebte Aufgabe des Weckens übernehmen. Er ist das erste Mal dabei und nutzt die Zeit zur Vorbereitung auf seine zukünftige Ausbildung zum Erzieher. Jakob leitet den Pfeil- und Bogenschießen-Workshop und bringt mit seinem Tipi das indianische Flair nach Wust. Besonders freut er sich auch auf Sportangebote wie Rugby.
Zum ersten Mal sind diesen Sommer Vanessa Baumert und Jule Hermann dabei. Von der Sommerschule haben sie durch ihre Englischlehrer und Eltern erfahren. Die Mädchen verbringen zwei Wochen ihrer Sommerferien in Wust, um ihr Englisch ein wenig aufzubessern. Dem Englischunterricht sehen sie gelassen entgegen, "schließlich gibt es keine Noten und der Druck ist nicht so hoch wie in der normalen Schule", erklären sie. Nur, dass durchgehend Englisch gesprochen wird, bereitet den beiden ein wenig Sorgen. Doch selbst wenn man mal etwas nicht verstanden hat, besteht immer die Möglichkeit, noch einmal auf Deutsch nachzufragen. Ihr Interesse weckte vor allem der Yoga-Kurs, aber auch Filzen wollen sie ausprobieren.
Kathryn Sonnabend | Foto: Lisa Dreßler
"Gute Gelegenheit, Englischkenntnisse aus dem Unterricht endlich mal anzuwenden"
Till Knoblauch kommt aus Grobleben bei Tangermünde und nimmt zum fünften Mal an der Sommerschule teil. Kennengelernt hat er sie durch Freunde und sich dann mit Hilfe des Internets weiter informiert. Dreimal hat er schon beim Theater mitgemacht, und auch dieses Jahr war er wieder beim Vorsprechen dabei. Die Sommerschule bereitet ihm großen Spaß und kann nur weiter empfohlen werden. "Hier ist für jeden etwas dabei", schwärmt der 15-Jährige, "man bekommt die Gelegenheit, seine Englischkenntnisse aus dem Unterricht endlich mal anzuwenden in Gesprächen mit Muttersprachlern." Maria Schreiber ist ebenfalls eine der amerikanischen Dozenten. Sie schloss 2010 ihr Studium ab und arbeitete ein Jahr in Jordanien als Biologielehrerin einer 9. Klasse. Diese Zeit beschreibt sie als ein Abenteuer. Wust besucht sie nun zum dritten Mal, insbesondere gefallen ihr die "schöne Landschaft und die netten Leute". Zweimal am Tag unterrichtet sie Englisch, ein Kurs mit Anfängern und der andere mit 16- bis 20-Jährigen. Nachmittags gibt sie den Yoga-Kurs.
Diana Roberts ist Leiterin der Sprachkurse und kümmert sich um die Dozenten. In der Sommerschule Wust engagierte sie sich schon von 1991 bis 1995 und ist jetzt seit kurzem wieder dabei. Vieles bewegte sie, wieder nach Wust zu kommen. Erstens ist es diese wunderbare Gelegenheit für Teilnehmer und Dozenten, in kreativer Atmosphäre zusammenzuarbeiten, zweitens die Begeisterung für Sprachen aller Teilnehmer. Diana Roberts organisiert die Klassen und die Talentshow, hilft den Dozenten bei der Vorbereitung ihres Unterrichts und leitet die Kurse zur Vorbereitung auf den TOEFL Test.
Vor 20 Jahren war sie das erste Mal in Wust. Auch diesen Sommer übernachtet sie wieder in der selben Gastfamilie wie damals und ist begeistert von den langjährigen Kontakten, die durch die Sommerschule entstehen. Die US-Amerikanerin hofft, dass auch die Dozenten solche Kontakte knüpfen, ihre Sprachkenntnisse und Fähigkeiten verbessern werden und mehr Selbstbewusstsein gewinnen.
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Volksstimme Havelberg 3.08.2011
Anke Schleusner-Reinfeldt
Zeichenkurs steht an erster Stelle, da muss der Besuch zu Hause auch mal warten
Der Moskauer Jacov Klimeniouk an der Töpferscheibe. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Drei Tage noch haben die Teilnehmer der Wuster Sommerschule Zeit, ihr Englisch zu verbessern, in Kunstkursen ihre Werke zu vervollständigen, an ihrem musikalischen Talent zu feilen und die neuen Freundschaften zu vertiefen. Trotz der Unkenrufe im Vorfeld war die 21. Sommerschule mehr als ein Erfolg.
Wust. Sommerschulleiter Reiner Möckelmann zieht einen kleinen Zettel aus der Hosentasche und liest drei Zahlen vor: "155 und 157 plus zehn Musiker." Das ist die Anzahl der Sommerschüler, die am ersten und zweiten Durchgang mitmachten. Damit kamen so viele Teilnehmer wie seit vielen Jahren nicht mehr nach Wust. Nicht nur, dass die 21. Sommerschule damit ausgebucht ist, macht Reiner Möckelmann zufrieden, sondern auch, dass sich das neue Konzept bewährt hat. "Es gab einige Veränderungen. Dozenten wie beispielsweise die Verantwortliche Diana Roberts sowie Theater-Regisseur Arthur Shettle und Dramaturg David Barnett sind gekommen, die eine längere Sommerschulpause eingelegt hatten. Auch die Betreuung auf dem Zeltplatz durch jugenderfahrene Sozialpädagogen erweist sich als der richtige Weg. Denn es gibt zahlreiche Angebote, nachts ist immer jemand vor Ort und es ist geglückt, die Jugendlichen, die sonst teilweise für etwas Ärger gesorgt haben, zu integrieren. Sommerschüler und Einheimische sitzen zusammen am Lagerfeuer, spielen Fußball oder Volleyball und um 22.30 Uhr ist Schluss. Wir brauchen auch keinen Wachdienst. Dass alles so gut geklappt hat, ist auch Jörg Hellmuth zu verdanken, der selbst nach dem Rechten gesehen und schon im Vorfeld viel Organisatorisches erledigt hat."
Almut Oehlmann hat Freude am Zeichnen. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Auch mit dem Angebot, das den Teilnehmern nachmittags unterbreitet wird, ist Reiner Möckelmann zufrieden. Zu den Workshops und Kursen gehört der Kunstkurs, den seine Frau Gudrun leitet. Sie hat es sich dieses Mal zur Aufgabe gemacht, die Grundlagen des Zeichnens zu vermitteln. "Auf dem Klavier muss man auch erst einmal die Töne lernen, um dann ein Lied spielen zu können. Beim Malen ist das ähnlich. Geometrische Formen sind die Grundlage eines jeden Bildes. Die Kunst, sehen zu lernen, beruht auf der Kenntnis der Objekte, die aus geometrischen Formen bestehen. Ohne eine korrekte Zeichnung gibt es keine Malerei." Bis zu 16 Teilnehmer kommen täglich ins Kellergewölbe des Speichers, um mit dem Bleistift in der Hand Linien aufs Papier zu bringen. Zu ihnen gehört Almut Oehlmann aus dem Ort. Alle vier Sommerschulwochen nutzt sie, um an ihrem Talent zu feilen. "Nächste Woche, wenn die Sommerschule aus ist, wird mir sicher etwas fehlen. Es ist etwas anderes, zu Hause allein dazusitzen und zu zeichnen, als hier zusammen mit anderen, wenn man auch noch Tipps von Gudrun Möckelmann bekommt." Nachmittags zum Zeichenkurs zu gehen, hat höchste Priorität, da wird auch dem Besuch abgesagt. Am Montag beginnt dann wieder der Alltag und alles Liegengebliebene wie beispielsweise Unkrautzupfen im Garten wird nachgeholt. Und im Winter ist dann auch wieder richtig Zeit, das jetzt Gelernte auf der Leinwand umzusetzen.
Künstlerin Gudrun Möckelmann erklärt Paula Lube und Lucie Kummetat aus Hennigsdorf die Grundlagen des Zeichnens. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Ein weiterer Kurs am Nachmittag findet in der Keramikwerkstatt von Matthias Kage statt. Es sind vor allem Kinder und Jugendliche, die hier den Umgang mit Ton erlernen. Wie beispielsweise die Zwillingsschwestern Sophie und Sara Bähr aus Berlin, die zum ersten Mal bei der Sommerschule dabei sind. Während sie auf dem Zeltplatz leben, haben es Emma-Luise Siebert aus Berlin und ihr Cousin Oskar Spitzmüller aus Münster bequemer. Denn sie sind bei den Großeltern, Monika und Jörg Siebert, in Wust zu Gast. Auch wenn Unterricht und Nachmittagskurs beendet sind, sind beide unterwegs, um sich mit neugewonnenen Freunden zu treffen. Oskar hat sich beispielsweise mit Paul Schröder aus Nordrhein-Westfalen angefreundet. Der ist mit seinem Papa und den beiden Geschwistern in Wust. Warum sie so viel Spaß am Englischunterricht haben? "Weil wir coole Spiele machen und dabei einfach Englisch lernen, ganz anders als in der richtigen Schule", so der neunjährige Oskar. Beim Töpferkurs macht auch einer der ausländischen Schüler mit: Jacov Klimeniouk aus Moskau. Weil er in Deutschland geboren und oft bei Verwandten zu Besuch ist, kann er perfekt Deutsch sprechen. In Moskau lernt er nach den Ferien in der 8. Klasse, er gehört zu den Besten und zu den wenigen, die Englisch lernen.
Die Teilnehmer des Töpferkurses sind stolz auf ihre kleinen Kunstwerke.
| Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Während Jacov einen weiten Weg nach Wust zurücklegen musste, haben es Ina Jasmin Hake und Alexandra Kuss nicht weit. Die Schönhauserin und die Wusterin gehen in Tangermünde zusammen zur Schule und lernen nun in den Ferien zusammen Englisch, "das macht Spaß und wir haben keine Langeweile". Vom Töpferkurs bringen sie unter anderem Willkommensschilder mit. Vorausgesetzt, mit dem Brennen der getöpferten Werke klappt alles. Denn die für morgen geplante Stromabschaltung in Wust bringt den ursprünglichen Zeitplatz von Matthias Kage durcheinander. "Ich will versuchen, alles zu schaffen, damit die Kinder ihre Werke mit nach Hause nehmen können."
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Neue Funktechnik macht es möglich
Wuster können nun schnell im Internet surfen, Sommerschule ist erster Nutzer
09.08.2011 05:31 Uhr Vodafon-Niederlassungsleiter für den Bereich Nordost, Matthias Schulnick (Mitte) aus Berlin, schenkte dem Sommerschulleiter Reiner Möckelmann (rechts) und Jörg Hellmuth als Vorstandsmitglied des Sommerschulvereins zum Abschluss der Englischwochen ein Notebook, das neben dem fest installierten Computer im Büro sehr gut eingesetzt werden kann. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Wust (asr). Das lange Warten hat ein Ende. Nun können sich auch die Bürger in Wust und Umgebung eine schnelle Internet-Verbindung via Funk ins Haus holen. Die Sommerschule war die erste Einrichtung, die das Angebot nutzen konnte. Leiter Reiner Möckelmann schwärmte: "Genial. Es war im Gegensatz zu den Vorjahren eine riesengroße Erleichterung für uns, nun über eine schnelle Datenleitung zu verfügen. Nicht nur im Büro haben wir davon profitiert, sondern vor allem auch die Dozenten aus England und Amerika, die via Netz während der vier Wochen sehr häufig zu Hause sein und mit ihren Angehörigen korrespondieren konnten. Sogar zehn Laptops auf einmal konnten online sein, ohne dass es einen Leistungsabfall gab." Er dankte in erster Linie Jörg Hellmuth, der sich sehr für die Installation rechtzeitig zu Beginn der Sommerschule eingesetzt hatte. Vertreter der Firma waren zur Theater-Premiere am vergangenen Donnerstag eingeladen.
Die vierte mobile Internetgeneration LTE macht es möglich, sich in Höchstgeschwindigkeit im Internet zu bewegen. Dazu wurde der Funkturm im wenige Kilometer Luftlinie von Wust entfernten Scharteuke als Basisstation mit entsprechender Technik ausgestattet, die bis nach Wust, Melkow, Briest und Sydow sendet. Das aufwändige und auch kostenintensive Verlegen von Leitungen ist damit nicht mehr nötig.
Wer sich nun mit Funk-DSL ausrüsten möchte, kann sich an die Shops in Tangermünde (Telefon 039322/72806) oder in Stendal (Telefon 03931/ 490765) wenden. Ein großer technischer Aufwand sei bei den Kunden nicht mehr nötig, "eine Außenantenne am Haus ist ratsam", erklärt Matthias Schulnick, Regionalleiter Privatkundenvertrieb der Niederlassung Nord-Ost in Berlin.
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Sommerschule endet mit Talentshow / Verabschiedung bis zum nächsten Jahr
Dank an Wuster, die ihre Häuser geöffnet haben
09.08.2011 05:32 Uhr
Von Anke Schleusner-Reinfeldt und Klaus-Joachim Lasch
 Die Wuster fühlen sich mit der Sommerschule verbunden. Auch Antje Kubon. Sie kam zur Talentshow und trug ein T-Shirt der Sommerschule 1998. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Wust. Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr! So verabschiedete sich Reiner Möckelmann von den Schülern und Dozenten - die 21. Wuster Sommerschule ist geschlossen.
Mit ihrem Engagement rund um die Uhr, ihrem Ideenreichtum bei der Gestaltung des Unterrichts und ihrer Freude am Zusammensein mit den Schülern haben die Studenten aus Nordamerika und England die Sommerschule wieder zu einem einmaligen Erlebnis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem ganzen Land gemacht.
Und auch den Dozenten hat es gefallen: "Danke, dass wir hier sein durften", rief Jane Sokolowsky am Freitag zur Talentshow ins Publikum. Sie war zusammen mit Diana Roberts für die Dozenten und damit für den Unterricht verantwortlich.
 Im Saal des "Schwarzen Adlers" hatte am Freitag die Talentshow stattgefunden - damit endete die Sommerschule. Alle Teilnehmer des zweiten Durchganges präsentierten zumeist singend, was sie gelernt haben. Nachdem letzte Adressen getauscht und Autogramme auf den T-Shirts gegeben waren, reisten die Teilnehmer ab. Wenige blieben noch, weil Freitag- und Samstagabend Theater in der Baracke war. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Für Reiner Möckelmann war es Freude und Genugtuung, "dass wieder so exzellente Studenten nach Wust gekommen sind". Es waren aber noch weitere Personen, denen der Sommerschulleiter dankte: dem Landrat, der sich organisatorisch sehr engagiert hat. Ihm sei zu verdanken, dass es Kopierer, Kleinbus und vor allem eine schnelle Internet-Verbindung gab. Auch den Damen im Büro - Sabine Schönfeld, Waltraut Hinderlich und Nadine Aydin - sagte er Dank, ebenso Hartwin Ebel und Ernst-Adolf Heise. Bestens habe alles auf dem Zeltplatz geklappt, erfahrene Betreuer haben vier Wochen lang "betreut, beraten, getröstet und geschlichtet".
 Charlie Shrader leitete den Sommerschul-Chor, seine Freude an der Musik war nicht zu übersehen. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Dass niemand verhungern musste, dafür haben die Schulküche, der "Schwarze Adler" und auch Dozenten am Grill gesorgt. Abschließend dankte Reiner Möckelmann den Wustern, "die wieder ihre Häuser geöffnet haben".
Zum Ende der 21. Sommerschule bleiben auch Erinnerungen an die musikalischen Höhepunkte. Es waren das Abschlusskonzert des Kammermusikkurses unter Leitung des Cellisten Philipp Weihrauch und das Klavierkonzert des erst 18-jährigen Pianisten und Abiturienten Sebastian Berekdar unter Leitung von Jule Rosner, die seit Jahren den Klavierkurs betreut.
Es ist einfach wunderbar zu beobachten, dass es immer wieder Nachwuchs auf dem künstlerischen Gebiet gibt. Im Kammerorchester zeichnete sich besonders Maria Gvozdetskaya als Konzertmeisterin aus, der Bassist Frithjof Eydam als Komponist, Arrangeur und Solist mit sehr modernen Klängen.
Kulturelles Zentrum im Elbe-Havel-Land
Wie viele Stunden, Tage, Wochen, Jahre braucht es bis zur künstlerischen Meisterschaft, wie sie Sebastian bewies? Sein hervorragendes Spiel faszinierte die Zuhörer. Mit Schwierigkeiten überladen, mit Leichtigkeit und bewundernswerter Sicherheit trug er Beethovens Abschiedssonate, die völlig unterschiedlichen Teile des "Karnevals" von Robert Schumann und zum Schluss die weltbekannte Revolutionsetüde von Chopin vor.
Einfach hervorragend. Wust hat unter der souveränen Leitung von Reiner Möckelmann erneut bewiesen, dass der Ort im Sommer kulturelles Zentrum des Elb-Havel-Land ist.
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VS Havelberg 2.08.2011
Wuster Sommerschultheater lässt Tschechows "Kirschgarten"
erblühen
Von Anke Schleusner-Reinfeldt
Techniker Bodo Strecke, Dramaturg David Barnett und Regisseur Arthur Shettle sind ein gutes Team. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Noch zwei Tage bis zur Premiere des Wuster Sommerschultheaters. Anton Tschechows Drama "Der Kirschgarten" erblüht am Donnerstag um 19.30 Uhr in der Baracke am Sportplatz. Regisseur, Dramaturg, Schauspieler und Helfer hinter den Kulissen ernten dann mit dem Applaus des Publikums die Früchte ihrer Arbeit.
Wust. "Es war, als wenn man nach Hause kommt!" Als Arthur Shettle vor vier Wochen die alte Baracke am Sportplatz betrat, fühlte er sich inmitten der tristen "Bretterbude" sofort heimisch, "viele hundert Stunden habe ich hier verbracht". Neun Jahre sind vergangen, seit er das letzte Mal als Regisseur des Sommerschultheaters ein Stück auf die Bühne gebracht hat. Schon achtmal inszenierte er mit Laien ein ansprechendes Schauspiel. Als Sommerschulleiter Reiner Möckelmann ihn im letzten Herbst fragte, ob er nicht wieder nach Wust kommen wolle, sagte er sofort zu. Wust birgt so viele Erinnerungen für den Amerikaner, der an New Yorker Theatern Regie führt. Hier hat er nicht nur als Sommerschuldozent gearbeitet, sondern auch seine Frau Sheila lieben gelernt und 2005 in der Kirche geheiratet. Söhnchen Piet ist drei Jahre alt und natürlich mit in Wust und wird mit seiner Mama übermorgen im Publikum sitzen und sehen, welche Arbeit der Papa in der letzten Wochen geleistet hat. Hand in Hand mit Dramaturg David Barnett, an der Südküste Englands zu Hause und derzeit als Theaterwissenschaftler in Berlin tätig, zog er die zarten Pflanzen - zwölf Laiendarsteller - im "Kirschgarten" auf.
Die Vorbereitung hatte schon viel eher begonnen: Vor etwa acht Monaten korrespondierten beide das erste Mal miteinander. Dass sie sich bereits von früherer gemeinsamer Arbeit her kannten, erleichterte alles. Denn auch David war schon mehrfach Dozent in Wust und verhalf dem Theater zum Erfolg. Arthur und David holten Techniker Bodo Strecke aus der Nähe von Berlin ins Boot. Auch er ist ein alter Sommerschul-Hase. "Wir kennen die Baracke und die Umstände hier bestens und wissen, was wir erreichen können", so Bodo Strecke, der bei Stimmings untergebracht ist. "Wir kennen uns inzwischen so gut - da braucht man nicht viele Worte." So fiel es dem Team nicht schwer, das Stück via Internet und bei einem Treffen in Berlin gut vorzubereiten. Mitte Juli reisten sie mit einem guten Gefühl nach Wust und konnten sich voll in die Arbeit stürzen. Eines stand schon vorher fest: Der Wuster Enrico Reumann bekommt wieder eine tragende Rolle, auch sein Bruder Arvid steht wie bei fast allen bisherigen Aufführungen auf der Bühne. Erstmals dabei ist Leonie Schüler-Springorum. Auch aus den Sommerschülern haben Arthur Shettle und David Barnett drei junge Leute ausgewählt, die mit ebenfalls talentierten Dozenten aus Amerika und England zu Schauspielern werden. Knapp vier Wochen waren nur Zeit, um ein Stück in vier Akten, 90 Minuten lang ohne Pause, einzustudieren. "Genau das ist die Herausforderung", ist Arthur Shettle schon gespannt auf die Premiere. "In New York habe ich Zeit, Geld und ausgebildete Schauspieler. Das ist hier in Wust ganz anders und macht es so besonders.
Wir finden für alles eine Lösung und werden gut unterstützt." David Barnett fügt an, dass es ihr Anliegen ist, dass das Publikum eine Beziehung zu dem Stück aufbaut. "Auch die Zeit des Kirschgartens Anfang des 20. Jahrhunderts ist eine Zeit des Umbruchs, es gibt eine Wende mit Verlierern und Gewinnern. Die Wuster können das sicher gut nachvollziehen."
Und selbst die, die den englisch gesprochenen Teil des Theaters nicht verstehen, sollen durch die Spielweise die Handlung nachvollziehen können. Eines ist für den Regisseur und Dramaturgen klar: "Das hier ist kein Laientheater, auch wenn es ungelernte Schauspielenr sind! Wir haben den Anspruch, etwas Großes auf die Bühne zu bringen. Das ist uns bisher gelungen und wird es sicher auch dieses Mal. Das Publikum wird so manches Mal staunen und sogar zeitweise durch Live-Kameras selbst auf der Bühne zu sehen sein - etliche Fernsehapparate sind dazu in die Kulisse eingebaut. Und auch wenn es sich um ein tragisches Schauspiel handelt, gibt es auch komische Dinge, über die die Zuschauer lachen können. "Sie werden überrascht sein", machen die beiden neugierig.
Der Premiere folgen am Freitag und Sonnabend ebenfalls jeweils ab 19.30 Uhr zwei weitere Aufführungen, zu denen Zuschauer herzlich willkommen sind. Karten gibt es an der Abendkasse.
Im Publikum sitzt dann sicher auch Davids Gastfamilie Zedler - und Kielmanns, bei denen er in den 90er Jahren ein vorübergehendes Zuhause gefunden hatte. Das ältere Ehepaar denkt gern an die Zeit mit dem englischen Gast zurück. Bei einem selbst gebackenen Kuchen wurden vor wenigen Tagen die Erinnerungen an früher aufgefrischt. "Es ist unglaublich: Die Wuster vergessen einen nicht! Wenn ich durchs Dorf gehe, winken die Leute und rufen ,Hallo David!' Das ist genau das, was die Sommerschule und das Dorf ausmacht."
Arthur und seine Familie haben Quartier bei Reumanns bezogen. So konnte sich Enrico Reumann auch nach der allabendlichen Probe noch spät abends den einen oder anderen Tipp geben lassen. Wie gut Enrico Reumann, sein Bruder Arvid, Leonie, die Sommerschüler Till Knoblauch, Wiebke Lühe und Lea Stephan sowie die Dozenten die Anweisungen von Arthur Shettle und David Barnett umsetzen, ist ab Donnerstagabend zu sehen.
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Weltklasse im Wuster Barackentheater
VS Havelberg 6.8.2011 - Anke Schleusner-Reinfeldt
 Nach der Premiere kommen noch einmal alle Schauspieler auf die Bühne und werden vom Publikum gefeiert. | Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Anton Tschechows letztes Stück "Der Kirschgarten", Tragödie und Komödie zugleich, ist eine schonungslose Analyse der historischen Situation in Umbruchzeiten, die Aussage hat bis heute nichts an Bedeutung verloren. Das spürten auch die Zuschauer des Wuster Sommerschul-Theaters, die am Donnerstag eine glanzvolle Premiere des zweisprachig aufgeführten Stücks erlebten.
Wust. Rein äußerlich gesehen geschieht eigentlich nicht viel im "Kirschgarten": Das Gut einer verarmten Adelsfamilie muss der Schulden wegen samt dem dazugehörigen historisch berühmten Kirschgarten versteigert werden. Ironischer Weise wird es vom reich gewordenen Sohn Jermolaj (Enrico Reumann) eines ehemaligen Leibeigenen der Gutsbesitzerin erworben.
Drum herum entwickeln sich vielerlei Nebenhandlungen, die glasklar aufzeigen, dass die Handelnden eigentlich aneinander vorbei statt miteinander reden. Das geschieht sowohl zwischen der Gutsherrin Ranjewskaja und ihrem Finanzberater, nachmaligem Besitzer des Anwesens, Lopakhin, als auch zwischen dem ewigen Studenten Pjotr Trofimow und Tochter Anja oder Buchhalter Jepikhodow und Stubenmädchen Dunjascha. Da redet man über den "wahren Menschen", ist sich aber keineswegs bewusst, dass man selbst keinerlei reale oder visionäre Existenzberechtigung hat. Da gibt es Diskussionen um die historische Schönheit des Kirschgartens und erkennt die gegenwärtige Situation nicht, will sie nicht erkennen.
In Wust haben die Einwohner eine historische Wende zwischen zwei Gesellschaftssystemen am eigenen Leib miterlebt. Das macht die Aktualität der Inszenierung auch ohne vordergründige Zeigefingerregie und Aufsätze deutlich und wurde so auch verstanden.
"In Wust kann man eine Welturaufführung erleben. In Deutsch und Englisch zugleich gibt es so etwas nirgendwo", betonte Reiner Möckelmann, der Leiter der Sommerschule, zur Begrüßung. In der Tat, diese Inszenierung ist in Form und Inhalt mittlerweile eine Theaterattraktion geworden, die Besucher aus Berlin, Halle, aus Leipzig und Heidelberg ebenso anzieht wie aus der Region.
Aziza Benali als Gutsbesitzerin gibt ganz die leichtsinnig vor sich hin lebende Adelsdame, die sich über ihre Umwelt mokiert, empört Neuerungen ablehnt, um von ihrer Schuldenlast wegzukommen. Ihr Niedergang wird in der Niederlage deutlich gezeigt: Sie ist am Ende ein Wrack ihrer selbst trotz halbwegs glänzender Fassade.
Über sie beugt sich am Schluss der Sieger Jermolaj zum Handkuss. Gleichzeitig aber bestätigt er auch mit Siegermiene: "Hier bin ich jetzt Herr - bestimme ich!" Seine Entwicklung vom Emporkömmling mit deutlich gezeigter Nochehrfurcht vor der Obrigkeit wegen eigener niederer Vergangenheit zum selbstbewusst auftretenden Finanzmann der neuen Zeit wird von Reumann klar ausgespielt.
Eine Symbolfigur des Althergekommenen ist Hausdiener Firs. Mit Peter Dölling hat die Regie eine besondere Charakterfigur des Stücks entstehen lassen, ebenso wie in David Barnett - Bruder der Gutsbesitzerin-, der nervös und fast fieberhaft die Handlung verfolgt.
Regisseur Arthur Shettle hat zusammen mit seinem Dramaturgen David Barnett eine beeindruckend geschlossene Ensembleleistung erarbeitet, in der alle zwölf Mitwirkenden gleichermaßen beteiligt sind.
Die Inszenierung wird wie auch schon vorangegangene Vorstellungen in Shettles Regie von bleibender Wirkung für die Theaterentwicklung im Wuster Barackentheater sein.
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Volksstimme JEETZE-KURIER SALZWEDEL Donnerstag, 4. August 2011
Mehr als 150 Teilnehmer bei der Sommerschule / Termine für das nächste Jahr stehen schon fest
Ulrich Ungewickell lernt in Wust Englisch

Ulrich Ungewickell und sein ständiger Begleiter Agor nahmen an der Sommerschule in Wust teil. Ungewickell wollte dort Englisch lernen. Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Ulrich Ungewickell und seine Frau Jutta haben in diesem Jahr an der Sommerschule
Wust teilgenommen, um ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Im Ruhestand
möchte das Paar reisen. Englisch zu sprechen könne da nicht schaden.
Von Anke Schleusner-Reinfeldt
Chüden/Wust. Zu den ältesten Teilnehmern der Wuster Sommerschule für englische Sprache, Kunst und Kultur gehört Dr. Ulrich Ungewickell aus Ritze. Der 66-jährige Ortsbürgermeister von Chüden ist zum zweiten Mal dabei, um mit sonst zumeist jüngeren Sommerschülern
Englisch zu lernen. Dozenten sind Studenten von renommierten Universitäten
in Amerika und England erteilen täglich drei Stunden Unterricht.
„Im vergangenen Jahr hatte ich in der Volksstimme einen Bericht über das Angebot in Wust gelesen. Jetzt als Rentner möchte ich zusammen mit meiner Frau viel verreisen, auch ins Ausland“, erzählte Ungewickell. Da könne es nicht schaden, Englisch zu sprechen. „Für hochtrabende Gespräche reicht es nicht, aber ich kann mich verständigen und Essen und Trinken bestellen“, sagte er.
Zusammen mit seiner Frau Jutta bezog er im Wohnwagen Quartier auf dem Zeltplatz bezogen. Und zwar über die gesamte Sommerschulzeit, denn Ungewickells machen in beiden Durchgängen mit. „Wir fühlen uns inmitten der vielen jungen Leute sehr wohl und genießen die Zeit sehr“, erzählt Ulrich Ungewickell. Sein ständiger Begleiter ist natürlich mit in Wust: der sechsjährige Rüde Agor, den auch die anderen Sommerschüler schon in ihr Herz geschlossen haben.
Ist der Unterricht mit Dozenten aus Amerika und England am Vormittag vorbei, nimmt das Ehepaar nachmittags weitere Angebote wahr. Jutta Ungewickell macht beim Zeichenkurs von Gudrun Möckelmann mit. Ulrich Ungewickell hat sich im kreativen Schreiben versucht. Und auch bei den abendlichen Veranstaltungen und Vorträgen sitzen beide meist im Publikum.
Auch das Sommerschultheater „Der Kirschgarten“, der am Donnerstag, Freitag und Sonn-abend jeweils um 19.30 Uhr von Teilnehmern und Dozenten in der Theaterbaracke aufge-führt wird, lassen sie sich nicht entgehen.
Wenn der letzte Unterrichtstag zu Ende ist, geht es für eine Woche nach Hause. „Meine Frau wäscht die Wäsche, ich durchforste den Garten und schaue, was auf meinem Schreibtisch angekommen ist. Und dann geht es weiter nach Ungarn“, erzählt der Ortsbürgermeister. Ungarisch will Ulrich Ungewickell auch noch lernen. Aus dem für diesen Sommer geplanten Sprachkurs ist nichts geworden, „vielleicht nächstes Jahr“.
Auf jeden Fall sind Ungewickells nächstes Jahr wieder in Wust dabei. Der Termin für die 22. Sommerschule steht schon fest: erster Durchgang vom 23. Juli bis 3. August, zweiter Durchgang vom 6. bis 17. August. Wer will, kann sich schon jetzt anmelden unter www.sommerschule-wust.de
In diesem Jahr waren beide Kurse mit jeweils über 150 Teilnehmern ausgebucht.
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Volksstimme Stendal vom 20.07.2011 Vortrag in der Sommerschule Wust: „Ein Amerikaner in Stendal“ Ulrich Hammer berichtet über Stifterehepaar Jütting
Der Stendaler Ulrich Hammer unterstützt auch im 21. Jahr der Sommerschule Wust das Kulturprogramm als Vortragender. Seinen Zuhörern brachte er im Sommerschulspeicher die Geschichte der privaten Familien-Stiftung von Hans und Eugenia Jütting näher. Von Lisa Dreßler
Wust. Unter dem Titel „Ein Amerikaner in Stendal“ berichtete er über den gebürtigen Stendaler Hans Jütting, der mit 21 Jahren nach Kanada ausgewandert ist. Ulrich Hammer stellt Jütting als wohlsituierten, freundlichen alten Herren vor. Als er jedoch im Jahre 1930 auswanderte, war er ein junger, erfolgreicher Mann. Er studierte an der angesehenen McGill-Universität Nationalökonomie und arbeitete später in der Finanzverwaltung, berichtet Hammer: 1933 heiratete Jütting Eugenia Czerny. Die Pianistin stammte aus einer musikalischen polnischen Künstlerfamilie.
Katharinenkirche stand im Fokus Jüttings
Im Juli 1982 kehrte Jütting nach Stendal zurück und besuchte den Bürgermeister. Im Gepäck hatte er 30.000 Dollar und den Wunsch, kulturelle Einrichtungen wieder herzustellen. Die dem Verfall ausgesetzte Katharinenkirche stand im Fokus des Amerikaners. Sein persönliches Interesse am Fortbestand der Kirche begründete sich darin, dass es die Taufkirche Hans Jüttings ist. Doch der Bürgermeister konnte und wollte das Geld nicht zweckgemäß einsetzen, erst nach mehreren Verhandlungen kam die Spende der Kirche zugute.
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Auch das Theater der Altmark unterstützen die Jüttings. Ziel war es, das Theater wieder zur Kulturstätte auszubauen, mehr Konzerte stattfinden zu lassen und Nachwuchskünstler aus der DDR, BRD und Polen zu fördern. Dazu schenkten Jüttings dem TdA einen neuen Konzertflügel. Dieser kam auch in Stendal an, nur konnte ihn niemand spielen, weil der Flügel durch den Zoll versiegelt wurde. Hammer beschreibt, wie schwer es war, sämtliche Behörden zu durchlaufen, um die Freigabe des Flügels durchzusetzen. Noch heute ist der Konzertflügel in der Katharinenkirche in Benutzung.
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Musikstudenten mit Stipendien helfen
Die Sanierung der Kirche ging durch die Beteiligung des Denkmalschutzes zügig voran. Die Kirche wurde 1994 als Musikforum eingeweiht. Ein Jahr später wurden die Jüttings mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Stendal ausgezeichnet.
Die Hans und Eugenia Jütting-Stiftung wurde 1937 eingerichtet. Doch aufgrund des Krieges und der Nachkriegszeit war sie noch nicht in der Lage, ihre Ziele umzusetzen. Noch heute wirkt die Stiftung in Stendal und hilft Musikstunden mit Stipendien. An bis zu acht Studenten aus Deutschland und Polen wird das Stipendium jährlich vergeben. Die Musikstudenten sind verpflichtet, einmal im Jahr unentgeltlich ein Konzert in der Katharinenkirche zu spielen. So wird seit 1996 das Musikleben in Stendal durch die Stiftung bereichert. Es gibt zudem noch einen wissenschaftlich-akademischen Bereich in der Stiftung, die polnische und deutsche Wissenschaftler unterstützt, wenn sie sich in Zukunft in Stendal weiter bilden wollen, informierte Ulrich Hammer seine Zuhörer und beendete seinen Vortrag mit einer kleinen Fragerunde. |
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Presse
Volksstimme Stendal 5. August 2011
Musikalischer Nachmittag in Wuster Tonhalle mit Geige, Piano, Cello und einem Kammerorchester
„Hey Pippi Langstrumpf“ klassisch auf dem Piano
Von Ulrich Hammer
Die Interpreten des musikalischen Nachmittags in der Wuster Tonhalle am Mittwoch kamen aus zwei Kursen: Pianistin Dana Korffmann versuchte sich am Flügel mit „Hey Pippi Langstrumpf“ und vereinte ihr Können danach mit der Geigerin Maria Gvozdetzkaya aus dem Kammermusikkurs von Philipp Weihrauch zum vierhändigen Spiel. Beifall für die Mühen des Kurses mit Jule Rosner war ihr lohn. Ein virtuoses Zusammenspiel zelebrierte danach die „Aushilfspianistin“ als Geigerin zusammen mit Sebastian Berakdar am Flügel den Allegro-Satz aus der „Frühlingssonate“ von Ludwig van Beethoven.

Das Kammerorchester, das 14 Tage Zusammenspiel unter Cellist Weihrauch geprobt hatte, stellte sich in diesem Jahr als reines Streicherensemble mit Cembalounterstützung vor.
Zu Beginn ihres Konzertteiles spielten die jungen Künstlerinnen und Künstler Georg Friedrich Händels Festliche Ouvertüre zum Oratorium „Salomo“.
Auch wenn die Meinungen im Zuschauerraum zur Interpretation auseinander klafften, hier haben die jungen Leute Ensemblegeist gezeigt und beachtlich harmonisch miteinander musiziert.
Solistisch waren in Folge die Geigerinnen Maria Gvozdetskaya und Ada Schwenghofer aktiv zusammen mit der Cellistin Annemarie Schulze beim Vorspielen von Antonio Vivaldis Konzert für 2 Violinen, Violoncello und Orchester d-Moll, schwungvoll geleitet von Philipp Weihrauch.
Die Geigensolistinnen erfreuten schließlich im Duo mit drei erheiternden Salonstücken von Aleksey Igudesman die Zuhörer.
Diskussionen über den Symbolgehalt von „27“ aus der Feder des Kontrabassisten Frithjof Eydam löste seine Dreierzwahl in der Musik aus. Das Resultat konnte sich ebenso hören lassen wie seine Schubertadaptionen für Streicher von „Frühlingstraum“, „Serenade“ und „Erlkönig“.
Auch 2011 durfte die „Musikabteilung“ der Sommerschule Wust zumindest in dem Genre Kammermusik wieder Erfolg für sich buchen.
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